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  • Tipps zum Wohnen in Düsseldorf

    Tipps zum Wohnen in Düsseldorf

    Da uns immer wieder Anfragen von Menschen erreichen, die bald nach Düsseldorf ziehen wollen, möchten wir in diesem Artikel kurz auf einige immer wiederkehrende Fragen eingehen.

    Die Einwohnerzahl von Düsseldorf wächst seit Jahren stetig an und hat längst die Marke von 600.000 überschritten. Unter den Neu-Düsseldorfern bzw. Neu-Düsseldorferinnen befinden sich vor allem junge Arbeitnehmer, meist Singles, die eine günstige Zwei-Zimmer-Wohnung in zentraler Lage oder einem angesagten Stadtteil suchen. Aber auch ältere Menschen ziehen wieder verstärkt nach Düsseldorf, da sie im Rentenalter die Vorzüge der Großstadt, des Kultur- und Veranstaltungsangebots und die kurzen Wege zu schätzen wissen. Dieser Personenkreis verfügt in der Regel über bessere finanzielle Mittel und sucht eine möglichst barrierefreie Wohnung mit guter Anbindung. Da uns immer wieder Anfragen von Menschen erreichen, die bald nach Düsseldorf ziehen wollen, möchten wir in diesem Artikel kurz auf einige immer wiederkehrende Fragen eingehen.

    Welche Stadtteile sind zu empfehlen?

    Generell ist natürlich jeder der 50 Düsseldorfer Stadtteile liebens- und lebenswert – jeder auf seine individuelle Art. Dennoch haben sich in den letzten 20 Jahren einige Stadtteile hervorgetan, die vor allem auf die jüngere Zielgruppe eine gewissen Anziehung ausüben. Zu nennen wären da vor allem Flingern, Bilk und Pempelfort die alle durch eine lebendige Gastronomieszene und verschiedene Kulturangebote zu überzeugen wissen. Natürlich müssen sich alle drei Viertel aber auch dem Vorwurf der wachsenden Gentrifizierung stellen. Stadtteilen, in denen diese Entwicklung noch nicht derart Fuß gefasst hat, sind Derendorf, Friedrichstadt und Düsseltal. Wer es deutlich ruhiger und vor allem grüner mag, der sollte sich mit Hamm (der Düsseldorfer spricht vom Kappes-Hamm!), Urdenbach oder Angermund umsehen. Einen ganz eigenen Charme haben die Stadtteile Benrath und Kaiserswerth, die Wert auf ihre eigenständige Geschichte legen.

    Parken in Düsseldorf

    Im Jahr 2017 waren in Düsseldorf gut 305.000 Pkw zugelassen. Demnach kommt auf jeden zweiten Düsseldorfer ein Auto. Kein Wunder also, dass Parkplätze im Stadtgebiet absolute Mangelware sind. Auch wenn die Stadt bei jedem Neubauprojekt die Berücksichtigung von Parkplätzen vorgibt, reichen diese meist nicht aus. Als Beispiel sei die erst vor wenigen Jahren in Betrieb genommene Toulouser Allee genannt, die das Stadtzentrum mit dem Norden verbindet. Diese vierspurige Entlastungsstraße ist inzwischen durchgängig auf einer Spur zugeparkt, was die Nutzbarkeit der 2,6 Kilometer langen Verkehrsader erheblich einschränkt. Daher geht das Städtische Ordnungsamt seit Jahren verstärkt gegen Falschparker vor, da diese auch wichtige Rettungswege versperren. Wer nicht regelmäßig ein Knöllchen zahlen möchte (im Durchschnitt werden 15 Euro fällig), dem empfiehlt sich eines der zahlreichen Mietparkhäuser. Pro Monat werden hier je nach Stadtteil und Lage zwischen 30 und 70 Euro fällig. Dafür erspart man sich die meist nervenaufreibende und zeitintensive Parkplatzsuche.

    Grundsätzlich sollte man sich aber die Frage stellen, ob man weiterhin wirklich noch ein eigenes Auto benötigt. Denn neben dem gut ausgebauten öffentlichen Nahverkehr der Rheinbahn, stehen nahezu im gesamten Stadtgebiet alternative Mobilitätsangebote zur Verfügung. Diese reichen von Car-Sharing über Leihfahräder bis hinzu Elektro-Roller Sharing und sind für kürzere Distanzen innerhalb des Stadtgebiets eine ideale und kostengünstige Lösung.

    Neubau, Altbau oder irgendwas dazwischen?

    Im Vergleich zu anderen Großstädten verfügt Düsseldorf nicht mehr über ein sonderlich großes Maß an Altbauten. Vor allem im Stadtzentrum sind Gebäude dieser Art rar. Dafür kann man in den äußeren Bezirken noch Glück haben und eine Wohnung mit großzügiger Deckenhöhe ergattern. Dafür sind Neubauten in den letzten Jahren in nahezu allen Stadtteilen entstanden. Im Rahmen des Stadtentwicklungskonzepts „Düsseldorf 2020+“ wurde die Schaffung von neuem Wohnraum forciert, so dass inzwischen zahlreiche neue Wohnviertel entstanden sind, so zum Beispiel Grafental oder das Quartier Central. Dennoch ist die Mietsituation weiterhin angespannt. Viele Wohnungen wurden für eine besonders solvente Zielgruppe konzipiert und übersteigen somit häufig die Mittel junger Familien oder der oben erwähnten Single-Haushalte. Ein Missstand der mittelfristig durch eine Quote für zu bezahlbarem Wohnraum bei Neubauprojekten abgemildert werden soll.

    Renovierung, Sanierung, Umbau

    Wer die passende Wohnung gefunden hat möchte sich natürlich möglichst schnell heimisch fühlen. Dafür ist eine individuelle Renovierung der neuen vier Wände sicherlich ein probates Mittel. Die zahlreichen Baumärkte im Stadtgebiet sind eine optimale Anlaufstation, um sich mit allen nötigen Materialen wie Farben, Tapeten oder Lampen einzudecken. Wer größere Bauvorhaben hat, dem steht mit der Bauhaus Drive-In Arena im Stadtteil Gerresheim ein außergewöhnlicher Markt für Baustoffe und Baumaterialien offen. Wer sich an größere Bauprojekte nicht selbst heranwagt, der kann auf die zahlreichen professionelle Handwerksbetriebe zurückgreifen. Denn während etwa das Tapezieren und streichen der Wände von den meisten Laien selbst bewerkstelligt werden kann, ist zum Beispiel das Legen von Fliesen oder der Austausch des Fußbodens deutlich aufwändiger.

    Coole Kneipen und nette Cafés

    Vor allem jüngeren Mietern ist es wichtig, im Umkreis der eigenen Wohnung eine attraktive Gastronomieszene vorzufinden. Eine nette Szenekneipe, in der man mit Freunden und Kollegen das ein oder andere Feierabend-Altbier trinken kann, ist genauso wenig zu verachten, wie ein gemütliches Café mit leckerem Kuchen und besonderen Kaffee-Spezialitäten. Eine besondere Dichte dieser Angebote weisen die verschiedenen Einkaufsstraßen in den Stadtteilen auf. Zu nennen wären etwa die Lorettostraße (Unterbilk) mit dem angrenzenden Areal rund um die Bilker Kirche, die Nordstraße (Pempelfort), die Rethelstraße (Düsseltal) oder auch die Luegallee im linksrheinischen Oberkassel.

  • Bilder Arcaden – Kommerzbunker in Bilk

    Bilder Arcaden – Kommerzbunker in Bilk

    In einem der urbansten Viertel Düsseldorfs, unweit des wichtigen Umsteigepunkts Bilker Bahnhof hat man am vergangenen Wochenende die Bilker Arkaden eröffnet, eine Shopping-Mall nach US-Muster.

    Das heftig umstrittene Zentrum erweist sich nach Abnahme der Bauzäune als mit schießschartigen Fenstern bewehrter Kommerzbunker und steht seinem gegenüberliegenden Kontrahenten, dem Kaufhaus Real,- an Hässlichkeit nicht nach. Nur das jenes bereits Anfang der Achtziger dorthin geklotzt wurde.

    Durch gezielte Gerüchte aus den Kreisen des Managements wurde die Zahl von 100.000 Besuchern am ersten Tag in die Medien gepflanzt. Natürlich weiß niemand, wie viele Kaufwütige sich tatsächlich nach Bilk begeben hatten. Fest steht, dass es gefühlte 90 Prozent der Massen nicht auf die Arkaden an sich, sondern bloß auf die Schnäppchenstapel beim Media Markt abgesehen hatten.

    Ähnlich wie die in finanzielle Schwierigkeiten verstrickte LTU-Arena kann man auch die Bilker Arkaden (die offiziell „Düsseldorf Arkaden“ heißen müssen…) als ein weiteres Denkmal für den im Mai verstorbenen OB Joachim Erwin betrachten. Denn der bauwütige Stadtfürst hat das Einkaufszentrum außerhalb der Innenstadt ganz allein und unter Anwendung verschiedenster Drohtechniken durchgepeitscht. Unmittelbarstes Opfer der Durchdrückung war seinerzeit der Vorsitzende des Einzelhandelsverbands, Friedrich Conzen. Der hatte in seinerzeit in seiner Eigenschaft als Funktionär heftigen Widerstand gegen das Projekt geleistet, war dann aber umgekippt und hatte in seiner Eigenschaft als CDU-Ratsherr zugestimmt. Der Druck der Erwinista war so hoch, dass er nach eigenen Aussagen die Fraktion hätte verlassen müssen, hätte er im Rat gegen die Arkaden gestimmt.

    Das Verkaufsflächen-Syndrom

    Legendär auch die Argumentation der FDP-Politikerin Strack-Zimmermann, die anhand zweier unterschiedlich großer Schuhkartons vorführte, wie die Investoren unter Erwins Deckung möglicherweise mogelten. Denn die Verkaufsfläche war zum Schutze des Einzelhandels durch den Rat begrenzt worden. Die größere Schuhschachtel symbolisierte den Baukörper an sich, der viel kleinere Karton das angeblich geplante Verkaufsvolumen. Was, so Frau Strack-Zimmermann, sei denn mit der Differenz?

    Das Vertrauen der Ratsfrauen und -männer in Investoren und Betreiber ist übrigens so gering, dass mindestens einmal jährlich die tatsächliche Verkaufsfläche gemessen werden wird. Bereits in der Bauphase kursierten Gerüchte, dass an vielen Stellen im Gebäude Räume abgeteilt worden seien, die klammheimlich un mit minimalem Aufwand in Platz zum Verkauf von Waren umgewandelt werden könnte.

    Shopper lieben Shopping

    Viele Düsseldorfer scheint weder die Geschichte des Baus, noch das Verkaufsflächenproblem oder gar der Schutz des Einzelhandels in der Innenstadt und im Viertel zu stören. Etliche Erstbesucher und vor allem -innen zeigten sich begeistert: „Jetzt muss ich nicht mehr in die Stadt fahren“ oder „Da hab ich alles auf einem Fleck“ waren oft gehörte Sätze. Eine Kundin meinte, sie könne jetzt ihren Gatten im Media Markt parken und in Ruhe nach Klamotten gucken, das wäre woanders so nicht möglich.
    Auf derart große Beliebtheit ist die Verkehrsführung allerdings nicht vorbereitet. Zumal die Autofahrer anscheinend das mit 800 Plätzen bestückte, aber recht teure Parkhaus der Arkaden meiden. Statt dessen versuchten viele Besucher ausgerechnet die kostenlosen Parkflächen des Konkurrenten Real,- zu nutzen. Außerdem kurvten Hunderte mit ihren Kisten durch die angrenzenden Viertel, die an sich wenig Parkraum bieten, der durch U-Bahn-Bauarbeiten derzeit auch noch besonders verknappt ist.

    Schönes Stadtteilzentrum

    Versüßt wird den Bilker der Bunker durch ein gelungenes Stadtteilzentrum. Das umfasst einen Bürgersaal, der mit 200 Plätzen (bei Bestuhlung) aber viel kleiner geraten ist als ursprünglich angekündigt. Hinzu kommt eine Filiale der Stadtbücherei, die bereits am vergangenen Freitag von Lese- und Filmratten gestürmt wurde, sowie das neue Schwimmbad, das seinem Namen alle Ehre macht. Auf Spaßbadkram hat man komplett verzichtet und will sicherstellen, dass jederzeit genug Wasser für Bahnenzieher frei ist.

    Mit der vor Jahren ebenfalls vollmundig angekündigten Wohnbebauung ist es aber zunächst Essig. Wohnungen gibt es im Komplex derzeit gar nicht. Die geplanten Einheiten werden wohl frühestens im Frühjahr 2009 fertig, und ihre Zahl liegt bei weniger als 50. Ob jemals der westliche Teil des ehemaligen Güterbahnhofs zum neuen Wohnquartier wird, steht in den Sternen, denn derzeit gibt es keinen Investor, der entlang der Bachstraße bezahlbaren (dies die Vorgabe des Stadtrats) Wohnraum schaffen wollte. So steht zu befürchten, dass auf dem Areal Richtung Suitbertusstraße in drei, vier Jahren eher weitere Bürogebäude entstehen werden.

    Kommerzbunker in Bilk

    Natürlich werden Händler aller Art, die zwischen Kirch- und Karolinger Platz ihre Geschäfte betreiben, unter den Arkaden leiden; ausgenommen, sie bieten Waren oder Dienstleistungen an, die es im Bunker nicht gibt. Innerhalb eines Jahres wird man diese Auswirkungen am Leerstand der Läden entlang der Friedrichstraße sicher ablesen können. Es könnte aber auch die Innenstadt treffen, die zur Zeit und sicher noch über Jahre durch die U-Bahn-Bauerei schwer gebeutelt wird. Denn für die Bewohner des Düsseldorfer Südens sind die Bilker Arkaden besser zu erreichen als beispielsweise die Schadowstraße.

    Leidtragende der Arkaden sind aber jetzt schon Bewohner des angrenzenden Stadtteils Friedrichstadt. So wurde beispielsweise die ALDI-Filiale am Fürstenplatz zugunsten eines Ablegers im Bunker geschlossen, und auch Schlecker wird Filialen in der Region schließen. Für manche Omma bedeutet dies, dass ALDI als preiswerte Quelle ausfällt. Wenn dann auch noch – Gerüchte behaupten dies – PLUS und NORMA auf der Corneliusstraße zumachen, dann wird man als Bewohner der Gegend kaum umhin kommen, zum Einkauf an den Bilker Bahnhof zu reisen.

    Autor: rainer’sche-post

  • Heute auf der Post in Bilk

    Heute auf der Post in Bilk

    Ja, es gibt sie noch, die guten, alten Dinge. Zum Beispiel das Postamt. Auch wenn die Logistics-Manager jetzt von Filialen sprechen – die Post an der Ecke Heresbachstr. / Feuerbachstr. in Düsseldorf-Bilk ist und bleibt ein Postamt. Da können die den Postbeamten noch so blöde Klamotten um- und noch so bescheuerte Lampen über den Schaltern aufhängen – es steckt in den Menschen, das Postamt. Um allen Ressentimentsjägern das Segel aus dem Wind zu drehen: Die Mitarbeiter der Deutschen Post dieser Filiale sind durchweg sehr, sehr freundlich und hilfsbereit, wenn auch einen Hauch langsam. Und dafür, dass IMMER entweder der Briefmarken- oder der Geldautomat kaputt ist, dafür können die Damen und Herren ja nichts.

    Eigentlich wollte ich auf dem morgendlichen Gang mit dem Hund da nur vorbei, um ein bisschen Geld und ein paar Marken zu ziehen. Letzteres mit dem Ziel, drei Briefe abzuschicken. Allein, der gelbe Kasten, aus dem gegen Münzen hässliche Aufkleber flutschen sollen, war außer Dienst. Also stellten wir uns an der Schlange, die ausnahmsweise nicht bis auf die Straße reichte, an. So ein heutiges Postamt hat ja was von nem 1-Euro-Laden: Blöde Postkarten, Paketsets, Bürozeuchs und Prepaid-Handys stehen und hängen herum und sehen billich aus. Schätze, dass die Schlangen bewusst produziert werden, um den einen oder anderen Lustkauf zu provozieren. Passiert aber nur selten.

    Relativ neu in der gemütlichen Filiale ist eine Infosäule der Postbank. Sie besteht aus massenweise Corporate Design, dem fett gedruckten Wort “Information” und einem Bildschirm. Schlangestehend ist man fast gezwungen, hinzuglotzen. Und was läuft da unter dem Etikett “Information”? 60 Prozent altbekannte TV-Spots für die verschiedenen Produkte der Postbank. 10 Prozent Wetter – kann man aber auch sehen, wenn man raus guckt. Der Rest wird von n-tv (oder war’s N24) beschickt. Nicht dass es da Nachrichten gäbe – weit gefehlt! Wir sehen komische Bilder und lesen auf dem durchlaufenden Spruchband, dass Barbara aus dem Dschungel-Camp gewählt wurde, dass Bohlen bei DSDS wieder hart drauf war, dass die Haute Couture wieder im Kommen ist und dass der Koch jetzt auf Wirtschaftsthemen setzt. Das hat keinen Nähr- und nur minimalen Unterhaltungswert. Ich dachte so bei mir, ob die Deutsche Post einfach auch nur ein Teil der landewsweiten Verblödungsindustrie ist und kam zu dem Schluss: Ja.

    Dann dachte ich ebenfalls so bei mir: Wenn die Deutsche Post -sammerma- 50 Prozent ihrer sinnlosen Werbung einstellen würde und vom Gesparten ein paar mehr Postbeamte einstellen würde, dann wäre die Schlange in der Postfiliale Düsseldorf-Bilk vermutlich nie länger als zwei Personen und man bräuchte diese blöde Verdummungssäule nicht, weil da nie einer drauf gucken würde. Und schließlich dachte ich bei mir, dass es eigentlich ganz töfte wäre, wenn all die blauen, grünen und orangenen Postimitate einfach Pleite machen würden wie Springers PIN und die Post wieder ein Staatsunternehmen würde und die Filialen wieder Postämter hießen und die Mitarbeiter wieder Uniformen trügen und Postbeamte genannt werden würden. Bekäme die Post auch noch das Paketmonopol zurück, würden die Straßenterroristen in den kackbraunen Autos auch wieder verschwinden, es kämem stattdessen richtige Postautos und keine DHL-Transporter, und der Briefträger würde einem auch schonmal als Gedlbriefträger den Lottogewinn vorbeibringen. Ich glaube, die Welt wäre wieder ein bisschen liebenswerter…

    Autor: Rainersacht